Mit dem anderen Auge

Erinnerungen haben schnell etwas Selbstgefälliges. Man neigt leicht dazu, sich zu wichtig zu nehmen. Das kann auch Leuten passieren, die wirklich wichtig waren. Dieser Fehler unterläuft Peter Wapnewski nicht. Eine maßgebliche Rolle in der Entwicklung der bundesrepublikanischen Universitäts- und Kulturlandschaft ist ihm sicherlich nicht abzusprechen. Aber Peter Wapnewski geht es nicht um seine Person, sondern um die Zeit in der lebte und insbesondere um die Menschen, mit denen er zu tun. Darüber erfährt man in seinen Erinnerungen sehr viel.

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Der realistische Blick
Hans Holbein: Der tote Christus im Grabe (1521); Basel, Kunstmuseum

Der realistische Blick

Ganz und gar außergewöhnlich – so muss man es wohl nennen das 1521 in Basel entstandene Werk Hans Holbeins. Allein das Format erstaunt: nur etwas höher als eine DIN A4 Seite (nämlich 30,5 cm) ist es doch 2 Meter breit. Wir blicken auf den Leichnam eines Menschen, der uns in strikter Profilansicht in einem Grab liegend gezeigt wird. Das Grab ist eng, der Körper füllt in der Länge das Grab, so dass die Füße die rechte Seitenwand zu berühren scheinen und der Brustkorb des ausgemergelten Körpers fast an die obere Grabplatte heranreicht. „Der Leichnam Christi im Grabe“ – so sein Titel – wird uns erschreckend realistisch und annähernd lebensgroß gezeigt. Den Betrachter ergreift ein unheimlicher Schrecken. Ist das ein Karfreitagsbild oder doch ein Osterbild? Es wird sich zeigen, dass das wohl nicht zuletzt auf den Betrachter und sein Selbstverständnis ankommt.

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Kunst der Moderne – Museum zu Weihnachten

Die Museen sind zu. Und wenn sie offen sind, dann machen sie (mir) maskiert und mit Hygiene-Leitwege-System keine rechte Freude. Aber zu Weihnachten, zu Weihnachten kann man ein bisschen Museum auf anderen Wegen erleben. Man muss sich nur beschenken lassen.

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Joachims Traum

Mit Giotto di Bondone (um 1270 - 1337) beginnt die „neue“ Malerei. Wir verdanken ihm einige der bedeutendsten Werke der Kunstgeschichte. Mit ihnen machen wir existentielle Erfahrungen, z.B. die von „Joachims Traum“. Er wollte nichts anderes als den Himmel auf Erden zeigen.

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Die Pest des Lebens

Das Coronavirus schafft auch literarische Hotspots. Manch Klassiker wird wiederentdeckt. Einer ist Albert Camus Roman „Die Pest“. Er wurde zu einem der Bestseller der Coronavirus Zeiten. Nicht zu Unrecht! Wir können einiges lernen - über das verletzliche Leben und wie wir es in Würde zu führen ist.

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Der Helden Wahnsinn

Die Tragödien von Sophokles, seine „Antigone“ oder sein „Ödipus“, gehören zum Grundbestand der abendländischen Kultur. Und doch tun wir uns schwer mit ihnen. Sie wirklich ernst nehmen heißt, sie in ihrer Fremdheit wahrnehmen und uns von den Alten etwas sagen lassen, das uns Modernen verlorenging. Sophokles „Aias“ kann uns dann mehr sagen als uns lieb ist.

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Auf der Suche nach der verlorenen Bedeutung

Van Dyck war ein Wunderkind der Malerei. Er hat in seinem kurzen Leben – er wurde nur 42 – hunderte von glanzvollen Portraits gemalt. Und daneben hat er herausragende Historienbilder geschaffen. Die Münchner van Dyck Ausstellung zeigt ihn als einen experimentierenden Künstler, der seine Werkstatt zur Mal-Manufaktur entwickelt hat. Er wurde deshalb als „Unternehmergenie“ bezeichnet. Ich finde in ihm das Genie, das auf neuen Wegen auf der Suche nach der alten Bedeutung war.

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Visionen – wirklich nichts Neues

Manches ist ziemlich geheimnisvoll und ziemlich „verrückt“. Da glaubt ein deutscher Hermann ein Josef zu werden und glaubt sich mit Maria vermählt. Und am Ende wird alles Kunst. In Anthonis van Dycks „Die Vision des Heiligen Hermann-Josef“ können wir einiges Geheimnisvolles über den Glauben, Personen und die Kunst erfahren. Und warum Künstler Josef heißen …

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Kinder an die Macht

Kunst kommt von Können und ist manchmal ziemlich politisch, obwohl’s gar nicht so aussieht. Man muss schon einiges verstehen, um sie richtig zu verstehen. Jan van Eyck (1390-1441) zeigt eine merkwürdige Begegnung, aus der wir einiges über die Kunst und Politik lernen können.

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