Geht nah, geht wieder

image_pdf

Die Welt als OP

Ich bekomme den Newsletter des Städel Museums Frankfurt. Jetzt hat er mir eine freudige Botschaft geschickt: „wir sind wieder für sie da“: „Geht nah, geht wieder“. 

Natürlich nur im Zeitfenster des eigenen Tickets und vor allem nur mit OP-Maske. Lassen wir das mal auf uns wirken. Ästhetisch. Sinn-lich. Das Museum fordert OP-Masken. Das Museum, die ganze Welt, wird zum OP-Raum. Das ist der Weg zur großen Freiheit. Müssten da nicht alle, die noch hören können, stutzig werden? 

Die OP ist ein isolierter, welteinschränkender Raum.  Er grenzt sich ab vom Rest der Welt und fordert besondere Bedingungen. Nun wird die OP zum Modell, nein, zur Realität unseres Zusammenlebens. Wir brauchen keine OP Bedingungen mehr, denn die OP ist überall. Welch eine Hybris. Welch Wahnsinn.

„Aber das macht doch nichts“, hör ich sagen,  „das tut doch nicht weh“. Vielleicht nicht. Besinnen wir uns einfach: OP-Masken im Museum, OP-Masken (mindestens !) in Schule und Kindergarten. OP, OP, OP. Das ist einfach nur Wahnsinn. 

Und würde er einfach so um sich greifen, es wäre erschreckend genug. Aber er wird verordnet, erzwungen. Der Wahnsinn ist Verordnung und inzwischen sogar Gesetz. 

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. CDH

    Sollte nicht gerade das Museum ein isolierter, welteinschränkender Raum sein? Abgrenzt vom Rest der Welt und geschützt durch besondere Bedingungen?

    Schätzen wir nicht die Zonen der Beruhigung und Besinnung und begrüßen wir nicht die Beschränkung dort herrschender Freiheitsrechte, ebenso wie die Durchsetzung diskreter und taktvoller »Weltausklammerung«.

    Ghettoblaster und scheppernde Bierkästen bleiben draußen, gröhlende Touris und kreischende Schulklassen werden zur Ordnung gerufen. – Wem gedämpfte Stimmen auf die Stimmung gehen, mag womöglich andernorts zu freierer Entfaltung finden.

    Sorgloser Kunstgenuss sei doch bitte vor den Sorglosigkeitsoffensiven brachialer Freiheitskämpfer beschützt.

    Wenn jedoch andererseits Feingefühl und Rücksichtnahme als derart quälende Bedrückungen »weltoffenen Kunstkonsums« erscheinen, dann sei der stets auf Popularisierung bedachten Museumspädagogik eine »Happy Hour« mit vorsätzlicher Entlastung der forscheren Kunstfreunde empfohlen: hereinspaziert im Marschtritt, fühlt euch wie zu Hause, tut euch keinen Zwang an, macht euch frei!

    Nein, eine Hybris wäre das wohl nicht. Erst recht kein Wahnsinn. Es wäre einfach nur ein rustikal erweiterter Kunstbegriff für ein deutlich breiteres Publikum.

    (Sorry, ich konnt’s mir nicht verkneifen.)

Schreibe einen Kommentar