Inside Kakanien I.16: Jugendfreunde II – Zeitverfluggeschwindigkeit

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Wiedermal für CDH – wem sonst.

Kennen Sie das? Zwei junge Freunde, „denen die größten Erkenntnisse seltsamerweise nicht nur zuerst und vor allen anderen Menschen einfielen, sondern noch dazu gleichzeitig, denn der eine brauchte nur den Mund zu öffnen, um etwas Neues zu sagen, so machte der andere schon die gleiche ungeheure Entdeckung“. Ich schon. Und wir sind damit alt geworden. Es ist vielleicht „die Überhebung der Jugend, der die größten Geister gerade gut genug sind, um sich ihrer nach Belieben zu bedienen“ – Musil nennt es etwas „Sonderbares“, das Jugendfreundschaften umglänzt. Vielleicht auch Jugendfreundschaften. Aber eben auch solche des Geistes. Wer daran zurückdenkt – der fühlt „die Erinnerung an dieses wie auf Strahlen schwebende Gefühl der Jugend als einen schmerzlichen Verlust.“ Behauptungen aufzustellen hat für diese Freunde eben „noch einen anderen Zweck als den, richtig zu sein; eben den, [sich] zu behaupten!“ – sich in ihrer Freundschaft auszudrücken und diese wunderbare Freundschaft gegen den Unsinn der Welt zu behaupten. Nicht, dass auch das „in ein allgemeines Abflauen“ geraten könnte. Aber das liegt nicht daran, dass man der Jugendfreundschaft entwachsenen ist. Das allgemeine Leben stockte und die Zeit verging. Betroffen von der  „Zeitverfluggeschwindigkeit“ stemmen sich die alten Jugendfreunde dagegen und vermögen nicht mehr sicher zu sagen, „ob wirklich die Welt schlechter geworden sei oder man selbst bloß älter“. Ich tippe auf beides. 

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