Der realistische Blick
Hans Holbein: Der tote Christus im Grabe (1521); Basel, Kunstmuseum

Der realistische Blick

Ganz und gar außergewöhnlich – so muss man es wohl nennen das 1521 in Basel entstandene Werk Hans Holbeins. Allein das Format erstaunt: nur etwas höher als eine DIN A4 Seite (nämlich 30,5 cm) ist es doch 2 Meter breit. Wir blicken auf den Leichnam eines Menschen, der uns in strikter Profilansicht in einem Grab liegend gezeigt wird. Das Grab ist eng, der Körper füllt in der Länge das Grab, so dass die Füße die rechte Seitenwand zu berühren scheinen und der Brustkorb des ausgemergelten Körpers fast an die obere Grabplatte heranreicht. „Der Leichnam Christi im Grabe“ – so sein Titel – wird uns erschreckend realistisch und annähernd lebensgroß gezeigt. Den Betrachter ergreift ein unheimlicher Schrecken. Ist das ein Karfreitagsbild oder doch ein Osterbild? Es wird sich zeigen, dass das wohl nicht zuletzt auf den Betrachter und sein Selbstverständnis ankommt.

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Der Schmerz des Ivan Illich
Ivan Illich WikiCommons

Der Schmerz des Ivan Illich

  • Beitrags-Kategorie:Ethik

Die Frage, ob es uns gut geht, hat nicht zuletzt damit zu tun, ob wir an etwas leiden oder Schmerzen haben. „Der Schmerz hat es unmittelbar an sich, das zu sein, was man nicht will.“ Die Philosophie hat sich über das Wesen des Schmerzes nur spärlich geäußert. Was wir Schmerz nennen, ist weniger klar als wir glauben. Ivan Illich versucht in seiner „Nemesis der Medizin“ etwas dem nachzuspüren, was wir unter Schmerz verstehen.

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Ivan Illichs Nemesis

Ivan Illich ist ein radikaler Polemiker, ein Grenzgänger zwischen Philosophie und Kulturkritik, Theologie und Wissenschaft. Seine „Abrechnung“ mit der Medizin ist vor allem eins: Befreigungstheologie.

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Whatever it takes

Kann man zur Corona Virus/Covid-19 Epidemie etwas Vernünftiges sagen, wenn man kein Virologe oder Epidemiologe ist? Die Politik muss jedenfalls entscheiden. Kann auch philosophisches Nachdenken etwas beitragen? Es wird zumindest viel über Ethik und Grundwerte geredet. Beim Nachdenken bin ich auf denkende Distanz gegangen und hab‘ zum Pfefferspray gegriffen.

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Der Helden Wahnsinn

Die Tragödien von Sophokles, seine „Antigone“ oder sein „Ödipus“, gehören zum Grundbestand der abendländischen Kultur. Und doch tun wir uns schwer mit ihnen. Sie wirklich ernst nehmen heißt, sie in ihrer Fremdheit wahrnehmen und uns von den Alten etwas sagen lassen, das uns Modernen verlorenging. Sophokles „Aias“ kann uns dann mehr sagen als uns lieb ist.

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