Die Wahrheit der Gemeinplätze

Manche Dinge bekommt man besser geschenkt. Auf die Frage „Um Himmels Willen, wo hast Du das denn her?“ – die Grillschürze z.B. oder das Haustürschild aus Terrakotta, - kann man dann antworten, hab’ ich geschenkt bekommen. Manchmal sind es Dinge, die man sich selbst verkneift zu kaufen, weil das dann doch zu peinlich wär’. Ich stelle mir also vor, ich würde im linken Buchladen nach Léon Bloy suchen und der (zunächst noch) hilfsbereit duzende Buchhändler („Hi, kann ich Dir helfen?“) würde dann durch den Laden rufen: „Hannah, weißt Du, ob wir was aus der „Bibliothek der Reaction“ haben? Dieser ... ähm ... Herr sucht irgendeinen Bloy.“ Die Antwort wäre wohl „Spinnt der? Der soll bei Amazon kaufen. Hier ist er jedenfalls falsch.“ Na ja, zugegeben, das ist etwas unrealistisch. Weil natürlich weder ich noch vermutlich der Buchhändler von Léon Bloy und der Bibliothek der Reaction gewusst hätten, in dem dessen „Hauptwerk“ wieder veröffentlicht wurde. Aber wenn man’s geschenkt bekommt? Dann kann man auch mal rein gucken.

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