Ovids Metamorphosen

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Einen „Klassiker“ zu lesen bedarf es eigentlich keiner Begründung. Er empfiehlt sich durch die Jahrzehnte, nicht selten Jahrhunderte lange Leseerfahrung und seine Wirkungsgeschichte. Freilich erweisen sich nicht wenige „Klassiker“ als sperrig und unzugänglich. Wer einen Klassiker zur Hand nimmt ahnt schon, dass er sich konzentrieren und ein gehörig Maß an Zeit mitbringen muss. Die Lektüre wird nicht selten aufgeschoben. Wer hat sie wirklich gelesen, die Epen Homers, Vergils Aeneis, das Nibelungenlied oder Dantes Göttliche Komödie? Für die mehr als tausend Seiten von Tolstois Krieg und Frieden oder seiner Anna Karenina ist eine gewisse Ausdauer nötig – ganz zu schweigen von den fünfeinhalbtausend Seiten von Prousts Suche nach der verlorenen Zeit, die mit feingewobenen, nicht selten seitenlangen Satzkonstruktionen prall gefüllt sind. So mal eben liest sich das nicht.

Hinzu kommt, dass fürs rechte Verständnis des Besonderen und Neuartigen, das den Klassiker auszeichnen soll, in der Regel eine gewisse Kenntnis des Alten nötig ist, von dem sich der „Klassiker“ abhebt. Wer James Joyce Ulysses oder gar seinen Finnegans Wake liest, der lässt sich nicht nur auf einen langen Text, sondern auch auf völlig andere Erzählformen ein, die – im Falle des Ulysses – einem Mythos eine moderne Form geben. Frei nach Goethe kann der Leser dieser Werke sagen, von diesem Text hier ging „eine neue Epoche der Weltgeschichte aus“ und ich habe sie mir erlesen.[1]

Klassiker vergegenwärtigen

Den „Klassiker“ historisch einzuordnen wird dem mit ihm verbundenen Anspruch freilich nicht gerecht. Großartig wird ein „Klassiker“ nicht deshalb genannt, weil er mal großartig war. Ein Klassiker sollte auch uns Nachgeborenen noch etwas zu sagen haben. Das entscheidet sich in jeder Generation neu. „Klassiker“ müssen sich immer wieder beweisen. Viele Texte, die einst unbestrittene Autorität hatten, sind für uns nur noch historisch interessant wie z.B. viele Texte der Kirchenväter (welche kennen Sie noch?) oder die Sentenzen des Petrus Lombardus (Grundlage scholastischer Ausbildung werden sie heute wohl eher beiläufig wahrgenommen). In gewissen Umfang gilt dieser Verlust „klassischer“ Autorität auch für die Heilige Schrift. Auch gläubige Christen – zu denen ich mich rechne – lesen sie nur (sehr) kursorisch – wer von uns „christlichen Abendländlern“ hat sie wirklich in Gänze gelesen?[2]

Die „klassische“ Antike

Bücher zur Bildung – PixaBay

Die klassischen Texte der griechisch-römischen Antike haben über Jahrhunderte die „höhere“ (Aus-)Bildung geprägt. Aber auch sie hatten eine wechselvolle Rezeption und genossen nicht immer rückhaltlose Anerkennung. Dem christlichen Glauben galten sie als Zeugnisse heidnischer Kultur, die ihre prägende Kraft gegenüber der Offenbarung Christi verloren hatten. Was braucht Jerusalem Athen, die Kirche die Akademie fragt Tertullian (ca. 150-220) provokant: „Unsere Lehre stammt aus der Säulenhalle Salomons, der selbst gelehrt hatte, man müsse den Herrn in der Einfalt des Herzens suchen… Wenn wir glauben, so wünschen wir über das Glauben hinaus weiter nichts mehr. Denn das ist das erste, was wir glauben: es gebe nichts mehr, was wir den Glauben hinaus noch zu glauben haben.[3]

Wandlungsreiche Verwandlungen

Metamorphosen: Titel der Ausgabe von 1606

Einer dieser „klassischen“ Texte mit höchst einflussreicher Wirkungsgeschichte sind Ovids Metamorphosen. Sie gelten als „mythologische Weltgeschichte[4] von den Anfängen der Welt bis in die Lebenszeit Ovids (43 v. Chr. – 17 n. Chr.) unter der Herrschaft des Augustus. Die Geschichte wird als eine Folge von Geschichten (Mythen) über Verwandlungen erzählt, in denen die Götter in den Lauf der Geschichte eingreifen und die mythologischen Helden ihre geschichtsträchtigen Taten vollbringen. Die Metamorphosen geben mit den rund 250 erzählten Verwandlungen einen Überblick über die antike Mythologie, der die Aneignung der Welt der antiken Götter und Helden maßgeblich prägte. Die europäische Kunst und Literatur haben immer wieder an Ovids Metamorphosen angeknüpft. Tausende von Kunstwerken greifen ausdrücklich Motive aus den Metamorphosen auf und noch die deutsche Klassik ist ohne Ovid wohl kaum zu denken. Für Schiller und Goethe war Ovid eine prägende Quelle des eigenen Schaffens.[5]

Nun hat aber auch Ovids Rezeption eine wandlungsreiche Geschichte. Ovid war (vermutlich) im Jahre der Fertigstellung der Metamorphosen von Augustus aus Rom verbannt und nach Tomi am Schwarzen Meer und damit an den äußeren Rand des Römischen Imperiums ins Exil verwiesen. Damit stand auch seine Rezeption bei den Zeitgenossen unter einem ungünstigen Stern. Quintilian, der einflussreiche Rhetoriklehrer, der eine Generation später lebte (35-96), schalt Ovid wegen seiner Verspieltheit und seinem manieristischen Stil: Ovid sei an seinem eigenen Talent gescheitert, weil er „allzusehr in sein eigenes Talent verliebt“ gewesen und es mit ihm immer wieder durchgegangen sei.[6] Darin könnte er Narziß gleichen, einer Figur, die Ovid in den Metamorphosen so eindrücklich geschildert hat. Andere Zeiten sahen das anders. Spätestens mit dem 12. Jahrhundert, das zum Zeitalter Ovids erhoben wurden (aetas Ovidiana),[7] gilt dann Ovid bis ins frühe 19. Jahrhundert als eine der Autoritäten bei der Vermittlung der antiken Kultur und Mythologie. Mit der Romantik ändert sich die Wertschätzung. Er gilt den „Ernsten“ als nicht ernst genug.[8] Den philologischen „Griechen“ der aufstrebenden Geisteswissenschaften wird er der Wahrheit des Griechentums, ihrer antiken Götterwelt und der ewigen Wahrheit des antiken Geistes nicht gerecht. Sie wandern von Rom zurück nach Athen und Troja. Wenn dem von Homer und Hesiod ausgehenden griechischen Denken lateinisch etwas beiseitegestellt werden konnte, dann allenfalls Vergil, nicht aber Ovid.

Die Einschätzung ändert sich dann ab den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Ovids beklagter Mangel an Ernsthaftigkeit und sein spielerischer Manierismus werden nun als seine Stärke gesehen. Ovid gilt nun als Vorläufer der Moderne und einige Interpreten sprechen seither geradezu davon, dass ein neues aetas Ovidiana angebrochen sei.

Radikal modern

Dennis Scheck hat Ovids Metamorphosen als eines der 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur empfohlen und nennt sie in seiner lesens- und sehenswerten Begründung einen „Gründungstext der Weltliteratur“.[9] Aber Dennis Scheck historisiert die Metamorphosen nicht. Er nennt sie „radikal modern“ und erfährt in ihnen eine „Wucht der psychologischen Erkenntnis und Weltweisheit“, die ihm bei jeder Begegnung Schauder über den Rücken jagt. Niemand, so meint er, wird einen Lorbeerbaum mehr anschauen können, ohne dass ihm darin Daphne begegne.

12.000 Verse in 15 Büchern

Also: Ovids Metamorphosen sind ein zweifellos einflussreicher Klassiker, über dessen Großartigkeit wir uns selbst ein Bild machen müssen, wenn wir es denn wollen. Einfach ist es nicht. Die 15 Bücher mit rund 12.000 Versen verlangen nicht nur wegen ihrer Masse eine gewisse Konzentration. Uns trennen 2.000 Jahre von Ovid und damit die Vertrautheit mit den in den Metamorphosen erzählten Dingen. Wer als Zeitgenosse Ovid hörte – denn man las ihn weniger als dass man ihn vorgelesen bekam –, der wusste über die Dinge, die da in Hexametern vorgetragen wurden im Grunde Bescheid. Die Mythen waren bekannt und man erfreute sich an den „Verwandlungen“, die Ovid an den mythologischen Verwandlungen vornahm, die aus der Tradition kannte.

Wir tun uns da heute schwer(er). Das Ovid-Lesen diente und dient immer noch dazu, sich mit der Mythologie vertraut zu machen, mit der wir eigentlich vertraut sein müssten, wenn wir ihn denn verstehen wollen. Wer Athene/Minerva oder Herakles/Herkules ist mögen wir noch grob wissen – Ovid freilich spricht sie ganz selbstverständlich auch als Tritonia  und Alcide an und darf voraussetzen, dass der Hörer/Leser einen Sinn für die Nuancen hat, die damit ausdrückt werden.[10] Wir werden uns also schwertun – belohnen uns dann freilich mit einem „gewissen“ Überblick über die antike Mythologie. Wir werden dann z.B. wissen, was Venus/Aphrodite und Cupido/Eros mit Diana/Artemis und Ceres/Demeter zu tun haben, wie es sich mit Proserpina/Persephone und Pluto/Hades verhält und welche Rolle Zeus/Iupiter dabei spielt. Ganz nebenbei erfahren wir – in dieser einen von hunderten Geschichten – warum die Najade Kyane/Cyane sich in Tränen auflöste und zu einer Quelle wurde, über Sizilien eine Hungersnot hereinbrach und schließlich durch Triptolemus beendet wurde.

Aber was wissen wir damit? Und das ist die eigentliche Frage: Kann uns Ovid noch etwas sagen, dass über eine Einführung in antike Mythologie und die Kategorisierung der Besonderheiten „augusteischer“ Literatur hinausgeht. Weinkenner müssen keine Weinliebhaber sein. Wer mit feinem Geruchs- und Geschmackssinn Weine unterscheiden und ohne Schwierigkeit einen Beaujolais Grand Cru erschmecken kann, mag dennoch lieber zum Bier greifen, auch wenn es sich um Spitzenqualität der Regierung handelt: „Die von der Regierung, die hoam da einen Boscholä ausgschenkt, einen solchenen Boscholä, den kriegst du ned amal in Beaujolais.“.[11]

Marcel Proust fragt uns in Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, warum wir statt großen Büchern nichtige Zeitungen lesen. Wir sollten, meint er, das umkehren: in den täglich gelieferten Zeitungen sollten klassische Texte wie z.B. Pascals Pensées abgedruckt werden und die Nachrichten über Könighäuser, politische oder gesellschaftliche Skandälchen sollten in teuren Goldschnittausgaben in den Regalen vergilben.[12]

Was geht uns an?

Wie entscheiden wir uns zwischen Ovid und Online-Streaming, Matrix und Metamorphosen? Was geht uns wirklich an? Das werden wir nur wissen, wenn wir’s mal mit den Metamorphosen versucht haben. Viele werden den Versuch langweilig, unnötig und überflüssig finden, weil das für sie lange schon geklärt ist – man war ja schließlich in der Schule und hat dort gelernt, was fürs Leben wichtig ist. Das ist natürlich OK, voll OK. Also ganz ohne Häme: viel Spaß mit Netflix – oder was immer dem „alten Scheiß“ vorgezogen wird. Niemand der Ovid nicht liest muss sich rechtfertigen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wer ihn liest, sollte wissen warum – und wissen heißt, er sollte es gegenüber seinen Zeitgenossen begründen können. Natürlich gilt auch für den Ovid-Liebhaber: jedem das Seine. Wem die Metamorphosen gefallen, auch der muss sich dafür nicht rechtfertigen.

Ich würde freilich gerne wissen, ob Ovids Metamorphosen mich noch „angehen“ – und zwar jenseits der historischen und philologischen Bedeutung, die sie zweifellos haben, mich aber nur (sehr) bedingt interessiert. Werde ich sie großartig oder großkotzig finden? Haben sie mir etwas zu sagen oder kann ich (und muss ich vielleicht gar) sie als „altes“ Denken hinter mir lassen.[13]

Das ist das, was ich im Laufe der nächsten Monate rausbekommen will. Ausgang offen. Ich werde hier auf PzZ über meinen Lektüre- und Erkenntnisfortschritt regelmäßig berichten. Vielleicht haben Sie Lust sich anzuschließen, um mit mir die Metamorphosen zu lesen „nicht unter dem Leistungszwang wie… in der Schule, auch nicht in drei Tage und im Heißhunger sie verschlingend, sondern über Wochen hin und ruhigen Kopfes[14] und immer mit der Frage, welche Einsichten wir „Modernen“ daraus gewinnen.

Zwei Ausgaben

Ich werde dabei im Wesentlichen auf zwei Ausgaben zurückgreifen – eine in der Prosa-Übersetzung von Michael von Albrecht, die als latein-deutsche Ausgabe bei Reclam erschienen ist. Auch bei Reclam ist die Hexametrische Versübersetzung von Hermann Breitbach zugänglich, die ich in der Regel bei den angeführten Stellen wegen des schöneren Klangs zugrunde legen werde.[15] Beide Reclam-Ausgaben geben hilfreiche Erläuterungen zum Text und zu den Eigennamen, die die Lektüre gut unterstützen.

Demnächst…

Wer ist eigentlich dieser Ovid und was wissen wir von ihm. Dazu und zu dem, was ihn bei den Metamorphosen leitet, geht’s dann die Tage los. Es sind grade mal vier Verse, die wir dazu lesen müssen – nämlich die des sogenannten Prooemiums:

Von den Gestalten zu künden, die einst sich verwandelt in neue
Körper, so treibt mich der Geist. Ihr Götter, da ihr sie gewandelt,
Fördert mein Werk und lasset mein Lied in dauerndem Flusse
Von dem Beginne der Welt bis auf meine Zeiten gelangen.


Fällt uns dazu schon etwas ein?

[1]Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen.“ Das will Goethe Soldaten der Koalition, die in der Schlacht von Valmy gegen das revolutionäre Frankreich kämpften (20. September 1792) gesagt haben (so in Kampagne in Frankreich von 1822) und deren „Kanonade“ eine neue Qualität der Kriegsführung anzeigte.

[2] Konsequente Bibellektüre ist heute fast ein klein wenig verdächtig und gerät schnell in den Verdacht des glaubenseifernden Sektierertums. Ich selbst habe eine vollständige Lektüre schon zwei Mal in Angriff genommen und bin dann (nur) bis zum 2. Buch der Könige gekommen.

[3] De praescriptione haereticorum 7, 9ff; zit. n. Ludger Honnefelder, Woher kommen wir? Ursprünge der Moderne im Denken des Mittelalters, 2008, S. 17f.

[4] N. Holzberg, Ovids Metamorphosen, 2016, S. 12.

[5] Goethe führt Ovid als einen „gar vortrefflichen Meister“ der Herzens- Gemütsbildung an (Aus meinem Leben, Dichtung und Wahrheit, II, 9, in: Gesammelte Werke, Berliner Ausgabe, XIII, S. 383) und verteidigt ihn als „meinen Liebling“ gegen Kritik von Herder – wir kommen darauf zurück (a.a.O., II, 10; XIII, S. 445f.)

[6] Quintilian, Institutionis Oratoriale, X, 1, 88ff. Er findet ihn nur eingeschränkt lobenswert, da er allenthalben lascivus sei, also frech und ausgelassen oder gar wollüstig, selbst dort, wo es um ernste, „heroische“ Stoffe gehe. Im Vergleich mit anderen sei er lascivius, nämlich frecher als erlaubt und zeige darin seine stilistische Meisterschaft.

[7] Das 12. Jahrhundert „ist das Zeitalter, das ich die aetas Ovidiana nennen möchte, die Zeit, die der aetas Vergiliana, dem 8. und 9. Jahrhundert, und der aetas Horatiana, dem 10. und 11. Jahr-hundert folgt. Denn so könnte man ungefähr die Jahrhunderte abgrenzen nach den Dichtern, die ihnen die nachahmenswertesten schienen.“ Ludwig Traube, Einleitung in die lateinische Philologie des Mittelalters, in: ders, Vorlesungen und Abhandlungen, 1911, S. 113.

[8] Das ist auch die Kritik, die Herder gegenüber Goethe äußert. Herder sucht in der Kunst der Volkslieder eingeprägte Wahrheiten des Lebens. Die Kunst muss Volkskunst und nicht die stilistische Artistik eines Dichters, der mit der Überlieferung lascivius spielt.

[9] D. Scheck, Schecks Kanon. Die 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur von „Krieg und Frieden“ bis „Tim und Struppi“, 2019. Dennis Scheck hat für den SWR seine Empfehlungen auch „eingesprochen“ und präsentiert sie in kurzen Videos: https://www.swr.de/swr2/literatur/aexavarticle-swr-67054.html.

[10] Wenn Ovid den Flussgott Achelous Herkules mit Alcide ansprechen lässt (IX 4ff.), dann geht damit eine gewisse Geringschätzung beiher: Als Sohn von Zeus/Jupiter und der menschlichen Alkmene hätte er ihn auch als Jupiters Sohn (Iove natus, z.B. IX 104) rufen können – stattdessen nennt er ihn nach dem Vater des Amphitryon, dem gehörnten Gatten der Alkeme, – oder auch Tirynther (IX 66) und wir wissen ja sicherlich alle warum, oder?! Und wer ist wohl mit Lyaeus oder Bromios, wer mit Trivia oder Dictynna gemeint?

[11] Das gilt auch für die „Spitzenqualität“ bei Kongressen: „Die von der Regierung, die hoam da einen Boscholä ausgschenkt, einen solchenen Boscholä, den kriegst du ned amal in Beaujolais.“ (Gerhard Polt, Der Weber Max)

[12]Was ich den Zeitungen vorwerfe, ist, daß sie uns alle Tage auf unbedeutende dinge aufmerksam machen, während wir drei- oder viermal in unserem Leben die Bücher lesen, in denen Wesentliches steht. In dem Augenblick, wo wir jeden Morgen fieberhaft die Zeitung auseinanderfalten, sollte plötzlich eine Vertauschung der Dinge stattfinden und in der Zeitung, ich weiß nicht was, die …‚Pensées‘ von Pascal stehen! … Und in dem Band mit dem goldenen Schnitt, den wir alle zehn Jahre nur einmal öffnen, fügte er hinzu, indem er für die Angelegenheiten der Gesellschaft jene Verachtung bekundete, die gerade manche Weltleute gern zur Schau tragen, sollten wir lesen, daß die Königin von Griechenland nach Cannes gegangen ist und daß die Fürstin von Léon ein Kostümfest gegeben hat. Dann wäre das richtige Verhältnis wieder hergestellt.“ (M. Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Bd. 1: Swans Welt, 1958, S. 42f. )

[13] Wir werden sehen, dass z.B. die Rolle der Frau in den Göttergeschichten nicht gerade pc und alles andere als woke ist.

[14] So die Empfehlung von Georges Duhamel (1884 – 1966) für die Lektüre der Homerschen Epen: https://www.rhetorik-forum-nuernberg.de/hektor-und-andromache/. Wir können sie auf Ovids Metamorphosen leicht übertragen.

[15] Ich benutze dabei die lateinisch-deutsche Ausgabe, die im Artemis-Verlag erschienen ist (2. Aufl. von 1964).

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