„Zahlen sind dramatisch falsch und machen die Bevölkerung verrückt.“

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In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden auf der Seite des RKI einfach die Grenzen der Grundrechte neu definiert: der Genesenenstatus wird von 6 Monaten auf 3 Monate verkürzt – genauer gesagt auf zwei Monate und ein paar Tage, denn er endet 3 Monate nach der Infektion wird aber erst nach 28 Tagen gültig. Das ist aus mehreren Gründen völlig absurd. 

1. Es kann nicht sein, dass per Behördenfestlegung – und ohne eine Möglichkeit der Klage (!) – der Rechtsstatus von zehntausenden von Menschen geändert wird. 

2.  Der Sinn von Impfung ist eine Immunisierung zu erreichen, ohne die Erkrankung zu durchlaufen. Der Weg ist also unterschiedlich – das Ziel der Impfung dagegen ist gleich, nämlich im Idealfall die Immunisierung, die sich als körperliche Reaktion auf eine wirkliche oder simulierte Erkrankung einstellt. Den Genesenenstatus gegenüber dem Impfstatus zu verkürzen verkehrt also die „Impflogik“: Ziel der Impfung ist die Immunisierung der Genesenen und das Genesen ist nicht das Erreichen der Impfwirkung. 

3. Noch deutlicher wird die Willkür, wenn wir auf die Daten gucken, denen andere Länder wohl auch folgen. In einer groß angelegten Studie des Center of Disease Control and Prevention (das amerikanische RKI) mit ein paar Millionen Probanten in Kalifornien und New York wurde die Wahrscheinlichkeit an COVID-19 zu erkranken untersucht. Dabei wurde die Erkrankungsrate zwischen Geimpften und Ungeimpften jeweils mit und ohne vorherige COVID-19 Infektion verglichen. Ergebnis: Ungeimpfte ohne vorherige COVID-19 Infektionen erkranken in einem viel höherem Maße als die drei anderen Gruppen. Ungeimpfte mit vorheriger  COVID-19 Infektion, also ungeimpft Genesene, wiederum erkranken signifikant weniger häufig neuerlich als die Geimpften. Und es zeigt sich, dass für die Genenesen das Erkrankungsrisiko sich mit einer anschließenden Impfung nicht reduziert. Genesene sind – das ist das klare Ergebnis dieser bislang wohl umfänglichsten Untersuchung – gegen eine (neuerliche) Erkrankung bestmöglich geschützt und das für mindestens 12 Monate. Das bestätigen auch die Zahlen über die Erkrankung/Hospitalisierung und die Todeszahlen von Genesenen in anderen Ländern (wie z.B. auch Deutschland). 

Vergleich Erkrankungsrisiko Ungeimpft/Geimpft/Genesen

Um einen Einwand gleich vorwegzunehmen: Die Untersuchung spricht nicht gegen die Impfung – im Gegenteil. Sie zeigt, dass Ungeimpfte einem deutlich höheren Infektions-/Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind. Sie zeigt nur (und vor allem), dass Genesene besser – und keinesfalls schlechter vor einer Wiedererkrankung geschützt sind als Geimpfte und eine Impfung für Genesene keine rechten Sinn macht. 

Auch für willkürliche Reduzierung des Genesenenstatus gilt wohl, was laut dem renommierten Medizinstatistiker Gerd Antes generell für Deutschlands CORONA-Politik im Ganzen gilt: die „Zahlen sind dramatisch falsch und machen die Bevölkerung verrückt“. Das Starren auf Inzidenzen, das Kritiker schon früh monierten, wurde offiziell korrigiert, bleibt aber ohne Wirkung. Weiterhin werden absolute Zahlen verwendet ohne sie in Relation zu setzen. Und die verwendeten Zahlen sind nicht selten schlicht falsch – wie inzwischen Bayern, Hamburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern zugestehen mussten. Nach Abgleich vom RKI gemeldeten Corona-Toten mit den Todesursachen ergibt sich, dass rund 30% der gemeldeten Toten nicht an COVID-19 verstorben sind. 

Studie des CDC zum Status von Genesenen

Auch im deutschen Ärzteblatt kann man Beruhigendes lesen:

Gerd Antes, Professor für Medizinstatistik in Hamburg, zur Qualität deutscher Zahlen (Focus-Online vom 29.01.2022):

Nicht mein Lieblingssender – aber wenn die Qualitätsmedien schon nicht nachrechnen:

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