Klartext zum Wochenende

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenze meiner Welt.[1] Deshalb ist sie so wichtig. Wir sollten mit ihr sorgsam umgehen. Ein Aspekt ist die gendergerechte Sprache, die die Gleichstellung der Geschlechter in der Sprache sicherstellen will. Es gibt verführerische Euphemismen, die uns Dinge besser erscheinen lassen als sie sind: Personalfreisetzung oder Umstrukturierung hört sich doch gleich viel besser an als (Massen)Entlassung – wer könnte etwas gegen Freisetzung haben? Andererseits kann eine Demonstration, bei der sich besorgte Bürger versammeln, auch als Zusammenrottung von Querulanten beschrieben werden. Und ob sie sich dabei an die Regierung wenden oder gegen das Regime richten, dürfte dabei einen Unterschied machen. Ein Regierungs- oder Regimekritiker ist wahlweise ein Freiheits- oder Widerstandskämpfer, ein Oppositioneller, ein Terrorist oder ein Verräter.

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Auch bei der Pandemie-Bekämpfung sollten wir auf die Sprache achten. Nicht weil Corona-Leugner vielleicht gar keine sind oder positiv Getestete keine Erkrankten. Die Sache greift tiefer. Wir müssen unser Sprechen grundsätzlich rücksichtsvoller und solidarischer machen. Hier ein Vorschlag, der einfach überzeugt und bereits nach vier Wochen eine weitgehende Reduktion der Aerosole bewirkt:

Ich habe Ihnen dabei natürlich etwas voraus: Minne, lir müllen leinerhin nie Malnahmen lur Einnämmung lon Ngolin-19 ernlnehmen. Melünlen lir unlere Rilingnomaniennen – unn unl. Ngange.

 

 

[1] Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, 5.6.

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